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Beißmann gegen Packan: Duell um Chefsessel im Rathaus

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Der "Palazzo", wie das Pfarrkirchner Rathaus seit dem Umbau und der Sanierung gerne genannt wird. Wer dort in den kommenden sechs Jahren das Sagen hat, entscheidet sich am 15. März beim Duell der Kandidaten von CSU und Grünen. −Fotos: Wanninger/red

von Christian Wanninger
Vor sechs Jahren ging es um einiges turbulenter zu, als sich die Frage stellte, wer den langjährigen Bürgermeister Georg Riedl beerben wird. Doch auch die Wahl in diesem Jahr hat es durchaus in sich – gerade auch wenn es um die künftigen Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat und um das Abschneiden der Grünen geht, die sich neu aufgestellt haben und auch einen eigenen Kandidaten ums Bürgermeisteramt ins Rennen schicken. Schon im Vorfeld der Kommunalwahl im Jahr 2014 herrschte große Aufregung. Mit Horst Lackner bekam der "Kronprinz" und designierte CSU-Kandidat Wolfgang Beißmann plötzlich einen parteiinternen Rivalen, als es darum ging, wer ins Rennen um die Riedl-Nachfolge gehen soll. In einer Kampfabstimmung unterlag Lackner, wechselte die Fronten und stellte sich als Kandidat der Freien Wähler dem Votum der Bürger. Neben ihm gab es noch zwei weitere Bewerber: Hermann Gaßner für die Junge Liste/ Bürgerliste und Franziska Wenzl für die SPD. Die beiden hatten aber beim Urnengang keine Chance. Lackner (er erhielt 32,4 Prozent der Stimmen) und Beißmann (49,1 Prozent) gingen in die Stichwahl. Und diese gewann Beißmann mit 58,7 Prozent. Wer damit gerechnet hatte, dass neben der CSU auch heuer aus dem Kreis der anderen im Stadtrat vertretenen Parteien und Gruppierungen ein Kandidat für die Bürgermeisterwahl nominiert wird, lag falsch. Schnell wurde deutlich, dass SPD und Freie Wähler sowie Junge Liste/ Bürgerliste (JL/BL) darauf verzichten werden. Aber dann tauchte doch noch ein zweiter Bewerber auf. Die Grünen, die früher schon einmal eine gemeinsame Liste mit der JL/BL hatten, waren in der Versenkung verschwunden, doch der Ortsverband wurde wiederbelebt. Neue Köpfe reaktivierten ihn mit dem Ziel, bei der Wahl mitzumischen und in den Stadtrat einzuziehen. Und die Grünen brachten auch einen Kandidaten fürs Bürgermeisteramt: Marius Packan. Dass dieser nur Außenseiter ist und Wolfgang Beißmann eindeutig die Favoritenrolle einnimmt, steht außer Frage. Aber man wollte ein Zeichen setzen und den Wählern eine Alternative beim Urnengang bieten. Und so kommt es am 15. März zum Duell Beißmann gegen Packan. Aktuelle Lage13599 Einwohner (davon 544 Zweitwohnsitze) zählt Pfarrkirchen derzeit. 9731 Wahlberechtigte sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Vier Gruppierungen teilen sich derzeit die Mandate im Stadtrat: CSU 11 Sitze, Freie Wähler 6, SPD 4 und Junge Liste/ Bürgerliste 3. Dem Gremium gehören an: für die CSU Martin Wagle, Dr. Simon Riedl, Dr. Ludwig Pfefferkorn, Jürgen Zechmann, Edeltraud Plattner, Günter Weiß, Bernhard Stüwe, Dr. Bastian Ach, Karl Hafner, Josef Hofbauer und Josef Reitmeier; für die Freien Wähler Hermine Gründmayer, Hans Hirl, Horst Lackner, Martin Hofer, Katharina Schiedermair-Bauer und Stefan Rickinger; für die SPD Kurt Vallée, Franziska Wenzl, Rainer Niedermeier und Dr. Monika Müller-Rampmaier; für die JL/BL Hermann Gaßner, Anja Gaßner und Walter Reitmeier. Stadtratswahl120 Kandidaten sind es, die sich auf fünf Listen um die 24 Sitze im Stadtrat bewerben. Darunter sind 48 Frauen. Die meisten sind es bei den Grünen (15); bei der SPD sind es elf; bei den Freien Wählern neun; bei der Jungen Liste/Bürgerliste acht und bei der CSU fünf. Mindestens vier neue Gesichter werden im neuen Stadtparlament vertreten sein. So viele der aktuellen Stadträte stellen sich nämlich nicht mehr zur Wahl. CSU: Sie muss auf drei arrivierte Kollegen verzichten. Neben Dr. Ludwig Pfefferkorn jun. beenden auch Fraktionssprecher Günter Weiß und Josef Reitmeier ihre Tätigkeit. FW: Bei den Freien Wählern scheidet die langjährige Stadträtin Hermine Gründmayer aus. SPD: Mit Franziska Wenzl, Kurt Vallée, Rainer Niedermeier und Dr. Monika Müller-Rampmaier treten alle vier derzeitigen Ratsmitglieder wieder an: JL/BL: Gleiches gilt für die Junge Liste/Bürgerliste, für die Hermann Gaßner, Anja Gaßner und Walter Reitmeier auch dieses Mal ins Rennen gehen. Spannend wird sein, ob es den Grünen gelingt, in den Stadtrat einzuziehen und wenn ja, wie viele Sitze sie erobern können. Ebenso die Frage, ob SPD, Freie Wähler und Junge Liste/Bürgerliste ihre Mandate halten oder vielleicht sogar ausbauen können. Schließlich sind die Kräfteverhältnisse in dem Gremium nicht außer acht zu lassen. Bei der letzten Wahl vor sechs Jahren hatte die CSU ihre absolute Mehrheit verloren und entschied sich dann für eine Partnerschaft mit SPD, was auch in der Vergabe des Stellvertreterpostens an Franziska Wenzl deutlich wurde. Der Unmut über diesen Schachzug war groß bei den Freien Wählern. Mit Blick auf die nächste Wahlperiode werden die Karten neu gemischt. Die CSU hofft zwar, verlorenes Terrain wiederzugewinnen, macht sich aber bereits auch Gedanken über mögliche Kooperationen, wie zu hören ist. Dabei scheint man darauf zu hoffen, möglicherweise mit der Jungen Liste/Bürgerliste eine Mehrheit zusammenzubringen. Die jüngsten Kandidaten, die bei der Stadtratswahl antreten, sind Nina Jauch und Alexandra Hecht (beide Jahrgang 2000). Sie stehen auf der Liste der Grünen. Älteste Bewerberin ist Ute Ga bert (Jahrgang 1945) von der SPD. Für den Kreistag kandidieren aus Pfarrkirchen: Martin Wagle, Edeltraud Plattner, Wolfgang Beißmann, Georg Riedl, Philipp Fröbel, Sonja Schneil, Herbert Wiedemann (alle CSU); Hans Hirl, Katharina Schiedermair-Bauer, Johann Weidinger, Stefan Rickinger, Daniela Schmatz-Schmidmaier, Christian Obermeier, Franz-Xaver Eisenreiter, Ruth Gehringer, Gerhard Aderbauer, Monika Kroneder (alle FW); Kurt Vallée, Dr. Monika Müller-Rampmaier, Ute Gabert, Severin Eder, Christine Pfefferler, Florian Heiß, Mathias Supke, Dr. Jürgen Rampmaier, Michael Altenbuchner, Paul Schiesser, Rainer Niedermeier (alle SPD); Tobias Hanig, Marius Packan, Reinhard Wimmer, Claudia Dallinger, Sarah Kandlbinder, Dr. Adina Popa, Wolfgang Plank (alle Grüne); Michael Gassenhuber (UWG); Franziska Bürger-Nock, Josef Adler, Dorothea Schwarz (alle ÖDP); Josef König (FDP) und Rainer Dietrich (AfD).

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